Geschichte

Zuger Jugendtreffpunkte (V-ZJT)
Vorgeschichte – November 1972

Der Verein Pro Jugendhaus (VPJ) wird gegründet. Ziel ist ein autonomes Jugendhaus in Zug. Im Frühling 74 kristallisieren sich zwei starke Gruppen im VPJ heraus. Ein harter Kern, der auf einem autonomen Jugendhaus besteht und ein gemässigter Flügel, welcher auch zu Konzessionen gegenüber der bürgerlichen Stadtregierung bereit wäre. Da keine Einigung innerhalb der VPJ möglich ist, spaltet sich der gemässigte Flügel ab.

27. November 1974

Der Verein Zuger Jugendtreffpunkte (V-ZJT) wird gegründet. 14 Gründungsmitglieder geben sich Statuten und wählen neben einem Vorstand auch gleich noch vier Arbeitsgruppen (Häuser, Information an Jugendliche, Information, theoretische Grundlagen). Primäres Ziel des V-ZJT ist die Führung einer Teestube. Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten beginnt.

Herbst 1974

Der bisherige Kinderhort an der Industriestrasse 2 steht leer. Der Stadtrat beschliesst im Dezember 75 diesen Pavillon für ein Jahr unentgeltlich dem V-ZJT zur Verfügung zu stellen.

12. März 1976

Der erste Treffpunkt des Vereins wird im Pavillon an der Industriestrasse 2 eröffnet. Er trägt den Namen «Zjt». Unter der fachmännischen Leitung von Herbert Bürgisser und mit der Unterstützung einer Praktikantin der Zürcher Schule für Sozialarbeit übernimmt eine Gruppe von «Animatörli» den Betrieb des neuen Treffpunktes.

Sommer 1977

Der Bedarf einer professionellen Leitung des «Zjt» wird innerhalb der Vereinsführung schon bald erkannt. Der Hauptgrund liegt in der fehlenden Kontinuität für die Betreuung des Treffpunktes, welcher von vielen ehrenamtlichen «Animatörli» während 32 Stunden pro Woche betrieben wird.

10. Mai 1978

Mit Hilfe von Stadt und Kanton Zug, sowie den beiden Kirchgemeinden kann eine halbamtliche Stelle finanziert werden. Der Zeitabschnitt des Duos Martin Grob und Miro (dessen Hund) beginnt. Nun hat der Vorstand des V-ZJT mehr Zeit für die intensive Suche nach einer definitiven Lösung für ein Jugendhaus. Nach einigem politischen Hin und Her fällt die gemeinsame Wahl für einen definitiven Standort auf das Gelände hinter dem alten Schlachthaus an der Industriestrasse.

Januar 1979

Die Arbeitsgruppe Jugendzentrum (AGJZ) wird gegründet. Die AGJZ arbeitet in allen wichtigen Phasen und Gremien bei der Planung und Realisierung des neuen Jugendzentrums mit. Bis zu 30 aktive Jugendliche aus den verschiedensten Jugendorganisationen der Stadt Zug treffen sich in einigen Untergruppen der AGJZ. Es entstehen einige Zeitungen, die Bahnwagen an der Industriestrasse werden zum ersten Mal eingerichtet, einige Konzerte an verschiedenen Standorten werden organisiert, Betriebskonzepte entworfen, etc.

10. September 1980

An der städtischen Volksabstimmung für den Baukredit wird der V-ZJT und die AGJZ mit über 75% Ja-Stimmen für die gute Vorarbeit belohnt. Bereits am 30. März 81 erfolgte der Spatenstich für das Jugendzentrum und die darunter liegende Zivilschutzanlage.

Juni 1982

Das Jugendzentrum steht kurz vor der Eröffnung. Der grosse Gemeinderat von Zug zont das Nachbargrundstück von der Zone öffentliches Interesse in eine Wohnzone um.

1982/1983

Der V-ZJT übernimmt von der Stadt Zug die Verwaltung der Proberäume in der alten Metallwarenfabrik. Rund ein Dutzend Musikgruppen finden vorübergehend eine Möglichkeit, regelmässig zu proben.

3. September 1982

Das neue Jugendzentrum an der Industriestrasse 45 wird eröffnet. Das 4-er-Team (Theres Affentranger, Esther Krucker, Daniel Niederberger und Luzian Renidear) teilt sich in 300 Stellenprozente. Das Konzept mit einer starken Betriebsgruppe scheitert schon bald in diesem doch etwas grossen Betrieb. Die Benützer und Benützerinnen werden in immer wieder wechselnden Formen in die Betriebsführung miteinbezogen. Ab Februar '84 wird das Leitungsteam mit einer weiteren Person (75%) aufgestockt.

Februar 1988

Die «Zuger Aktionsgruppe für Freiräume» (ZAFF) gründet sich. Die Planung einer Jugendbeiz nimmt ihren Anfang. Seit 79 sind bereits mehrere Motionen zu diesem Thema eingereicht worden. Da sich die Politiker etwas mehr Zeit lassen, als Jugendliche haben, bevor sie erwachsen sind, eröffnet ZAFF kurz entschlossen ein provisorisches Provisorium in einer fahrbaren Baustellenbaracke. Ab Ende Oktober öffnet die fahrbare ZAFF-Beiz an verschiedenen Standorten ihre kleine Tür, so auch am Heiligabend auf dem Landsgemeindeplatz.

Dezember 1988

Der V-ZJT macht bei der Stadt einen ersten Vorstoss für die Erweiterung des Jugendzentrums. Da sich die Lösung mit der Benutzung von Räumen der Zivilschutzanlage nicht bewährt hat, benötigt der Betrieb zusätzliche Räume über der Erde.

Herbst 1989

Die Umzonung des ehemaligen Bürgerasyls schlägt, dank des Referendums der ZAFF, noch einige politische Wellen. Das Stimmvolk stimmt der Nutzung des Bürgerasyls als Wohnraum dennoch zu.

4. September 1990

Das Provisorium Jugendbeiz wird eröffnet. Unter der Leitung von Marco Kunz und Marcel «Mäsi» Übersax entsteht eine kleine Oase für einige Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche an anderen Orten nicht so gern gesehen werden. Der Betrieb entwickelt sich von Anfang an in sehr unregelmässigen Schritten zu einer festen Institution in der Zuger Beizenlandschaft.

September 1991

Um die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder und die für die Jugendarbeit eingestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten, wird das Sekretariat des Vereins von Rolf Kalchofner in kompetenter und engagierter Arbeit aufgebaut.

1. Oktober 1991

Der Grosse Gemeinderat von Zug spricht für die Erweiterung des Jugendzentrums einen Projektierungskredit. Im gleichen Zeitraum werden die Klagen der Nachbarn wegen der Lärmemissionen des Jugendzentrums immer lauter und energischer.

September 1993

Der vom Stadtrat bei der «thv Unternehmensberatung AG» in Auftrag gegebene Bericht zur Analyse betreffend Führung, Organisation, Mittelzufluss und Mittelverwendung beim V-ZJT erscheint. Der Finanzfluss zwischen der Stadt Zug, der Theater- & Musikgesellschaft Zug und dem V-ZJT wird neu geregelt.

Der V-ZJT erhält für das Jugendzentrum einen neuen Leistungsauftrag, nun mit einem festen, jährlichen Beitrag.

18. Januar 1994

Der Grosse Gemeinderat von Zug bewilligt eine erste Verlängerung des Provisoriums für die Jugendbeiz bis Ende 1997.

24. November 1994

An einer ausserordentlichen Generalversammlung des V-ZJT werden neue, stark überarbeitete Statuten in Kraft gesetzt. Ab Januar 95 führt die neu geschaffene, ehrenamtliche Geschäftsleitung die Geschicke des V-ZJT und seiner beiden Betriebe.

Dezember 1996

Mit 38:0 Stimmen erteilt der Grosse Gemeinderat von Zug dem Baukredit für die lang ersehnte Sanierung und Erweiterung des Jugendzentrums den Segen. Neben den erweiterten Räumlichkeiten stehen vor allem die akustischen Verbesserungen im Vordergrund. Besserer Sound im Saal und weniger Lärm in der Nachbarschaft.

März 1997

Die kantonale Drogenkonferenz finanziert eine neue Stelle für Sozialarbeit im Chaotikum. Beat Leuthold treibt nun an dieser Stelle die Integrationsarbeit in der Jugendbeiz verstärkt voran. Als Dauerbrenner in der Geschäftsleitung des V-ZJT erweisen sich die finanziellen Probleme mit der Jugendbeiz.
Das von Jugendlichen eingerichtete und grösstenteils durch Veranstaltungen finanzierte Tonstudio und der Videoschnittplatz werden für die Kreationen erster Produkte benutzt.

11. November 1997

Der Grosse Gemeinderat von Zug bewilligt eine zweite Verlängerung des Provisoriums für die Jugendbeiz bis Ende 2002.

Anfang 1999

Die Sanierung und Erweitung des Jugend- und (neu) Kulturzentrums «industrie45» (i45) ist abgeschlossen.

Mai 1999

Die konkrete Planung für eine definitive bauliche Lösung der Jugendbeiz rollt endlich an.

2000/2001

Die anfallende Arbeit des immer grösser werdenden Vereins ZJT lässt sich nicht mehr ehrenamtlich erledigen. Nachdem im Jahr 1994 eine Sekretariatsstelle auf Vereinsebene installiert wurde, war jetzt der Zeitpunkt gekommen, auch die Führungs- und Kontrollaufgaben in eine professionelle Struktur umzuwandeln. Die neue Geschäftsführung bezog an der Baarerstrasse 113 ihre Büroräume.
Verschiedenste Gruppen gehen in der industrie45 selbständig ein und aus, arbeiten an ihren Projekten und übernehmen zu einen grossen Teil auch Verantwortung für das Haus.
Am See werden weiterhin verschiedenste Aktionen durchgeführt, wie das Skate45 einem Skate-, BMX- und Inlineskate-Event, welche unter dem Begriff «maz» (mobile Aktion Zug) angeboten werden.

2001

Der Betrieb läuft. Es finden Veranstaltungen und Workshops statt. Der Grossumbau des Tonstudios ist abgeschlossen. Die i45 verlegt ihr Wirkungsfeld in den Sommermonaten wieder nach draussen.
Der Betrieb im Chaotikum wird im November eingestellt und der Bau eines neuen Hauses steht bevor.

2002

Im Jahr 2002 wird die neue Jugendbeiz, das «podium41» (p41), eröffnet. In der industrie45 finden gut besuchte, verschiedenste Veranstaltungen von Punk, Ska, Hardcore bis Hip-Hop statt. Auch andere Veranstaltungen laufen an den Wochenenden. Im Tonstudio wird die CD Splork fabriziert. Diese CD gegen Rassismus und Gewalt wurde in einer dreitägigen Veranstaltungsreihe in der i45 getauft.
In den Monaten Juni/Juli/August ist die industrie45 wieder im öffentlichen Raum, vor allem am See, anzutreffen, wo verschiedenste Aktivitäten von ihr initiiert werden.

2003

In der i45 laufen weiterhin verschiedenste Workshops und Veranstaltungen. Es gab oder musste einen Generationenwechsel geben, welcher auch die dazu gehörenden Reibungen brachte.
Auch «maz» organisierte oder unterstützte verschiedenste Feste, Darbietungen und und ... Als Konsequenz unserer Arbeit unter «maz» in den letzten Jahren, entsteht «jaz» (Jugendanimation Zug) als eigenständiger Bereich neben der i45 und dem p41.

Das p41 startet zuversichtlich in die neue Saison. Eine Kulturgruppe wird gegründet und der Spagat geübt, zwischen alternativer Beizenkultur und dem lukrativeren Geschäft mit neuen Kunden.

2004 - 2014 – die nächsten 10 Jahre

2014

Der Verein ZJT ist 40 Jahre alt. Die Arbeit der Bereiche wird konsolidiert und wir schauen mit Elan auf weitere 40 Jahre.